Jack, ein Hund ist gekommen um zu bleiben

Juli 2018, ein Hund sollte ich das erste mal besitzen und er sollte mein Lebensgefährte werden. Zuvor gab es schon zur Probe einen Hund. Und eigentlich war ein völlig anderer geplant. Doch ich erfuhr von Jack, welchen ich anders ausspreche und genau genommen dann Jake geschrieben werden müsste. Jack ist eine Mischung aus diversen Rassen und zwischen Australian Cattle Dog und Münsterländer alles mögliche interpretiert wird. So 100 Prozent wird man es wohl nie sagen. Doch alle verbindet eines. Er ist ein Hütehund. Sprich, die Herde von Schafen wird bewacht. Aufmerksam, sehr neugierig, lernfähig, relativ ruhig und friedlich. Er ist aber auch gerne mal aufdringlich, schnell eifersüchtig, wenn ich mich mit um andere Hunde kümmere und er hat noch diverse Ängste in der Stadt. Er ist sehr sozialisiert gerade gegenüber anderen Hunden. Er spricht eine deutliche Sprache, die ich schon zu beginn gut lesen konnte. Er ist sogar schon so drauf das er alle freudig begrüßen möchte, was nicht jeder Stadthund gut findet.

Jedenfalls wurde mir gesagt das sein Charakter und Verhalten wie der Deckel ist, auf dessen Topf er bei mir passt. Und das ist tatsächlich so. Zwischen Blödsinn machen und gelassen unterwegs sein. Kuscheln und Training, ist alles machbar. Jake kommt aus Italien und war damals rund 5,5 Jahre alt. Er hat in seinem Leben eigentlich nur das Tierheim gekannt. Nach Deutschland geholt und gerettet, hatte er direkt Pech. Er kam auf einen Campingplatz, wo er nicht erwünscht war. Die neuen Eigentümer hatten zudem falsche Angaben über die Verhältnisse gemacht. Das hatte zur Folge das er oft mehrere Stunden alleine im Sommer im Campingwagen verbrachte und das er zwischen Aschenbecher, Futternapf und Bett des Eigentümers, kaum noch Platz zum schlafen hatte. Innerhalb der ersten zwei Wochen wurde er aus den Umständen rausgeholt. Mal wieder gerettet.

Ich selbst hatte mich bei der Pflegestelle für einen Welpen entschieden, der zum Zeitpunkt der Übergabe, ein Junghund wäre. Doch es kamen immer mehr bedenken, weil der Junghund immer größer wurde und bald so groß, das ich ihm wohl kein gutes Zuhause mit Platz hätte bieten können. Schulterhöhe von 60 oder 65, davon musste man ausgehen. Entsprechend lang und breit, das wäre in meiner Wohnung zu heftig. Ein Kalb in einer kleinen Wohnung muss ja auch nicht sein.

Jake liegt mit rund 40-45 cm Schulterhöhe in dem Rahmen, wo alles gut ist. Und ich bekam von der Pflegestelle mit das sie ihn wohl dann neben einigen anderen Hunden, zur Not erstmal nehmen muß. Auf dem Land. Die Befürchtung kam auf das durch das Hin-und her und das durch die Gegebenheiten vor Ort, so manches an Jake irgendwie verloren gehen könnte. Auf das geschickte Foto hat er mir nicht gefallen. Es wirkte so als hätte er Schafswolle gemischt mit glatten Fell. *LOL* Nicht mein Fall, aber mir wurde versichert das es nicht so ist.

Mittwoch im Juli 2019 wurde für mich klar, das Jake durch sein Charakter, der Einschätzung der Pflegestelle (wie er zu mir passt), die Verträglichkeit mit Kindern und Meerschweinchen und seine Größe, schlicht für ihn sprechen. Und gerade seine Geschichte und das Pech in Deutschland…. Der soll es sein, auch wenn optisch nicht mein Favorit. Nur vor Ort hab ich ihn gesehen und er war wunderschön. Das Foto hatte getäuscht. 😉

Nur wie komme ich nach Bayern ohne Auto, zumal ich ihn in den ersten Tagen abholen wollte. Er sollte nicht noch Wochen bei der Pflegestelle sein und sich dann wieder komplett umgewöhnen müssen. Ein Hilferuf in meiner Fan-Gemeinde als Meerschweinchen-Farmer führte schließlich zum Erfolg. Eine Freundin aus dem Umkreis Paderborn ist in der selben Woche an einen Samstag nach Wuppertal gekommen um von dort mit mir und meiner Freundin nach Bayern zu fahren. Jake kennenlernen und wenn alles passt, auch mitnehmen. Organisatorisch alles chaotisch und ein durcheinander. Letztlich hat es geklappt.

Das Jake dann zu mir kam, könnt ihr Euch denken. Was ich vor Ort erlebte, kommt in den nächsten Beiträgen. Doch auch die ersten Tage und Wochen wurden noch einmal richtig spannend. Er musste sich eingewöhnen, ich musste lernen (und lerne noch immer). Und dann gab es ja auch noch die Zusammenführung mit dem Hund meiner Freundin. Das und mehr kommt in Kürze hier auf dieser Seite.